Die richtigen Fette tragen sogar zur Förderung der Gesundheit bei!

Über Fett streiten sich die Gelehrten und selbsternannten „Ernährungspäpste“. Überall bekommen wir eingeredet, Fett macht fett und „light“ ist „sexy“! Ich will doch nicht zunehmen und auch keinen Herzinfarkt bekommen. Also vergessen wir die Hysterie und bleiben bei den Fakten. Natürlich kann ich in so einem Artikel nur an der Oberfläche kratzen, denn die Fettsäurebiochemie ist sehr komplex und kompliziert. Ich erhebe hier auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ich vereinfache manche Dinge, um die Zusammenhänge zu erklären und der Artikel spiegelt an manchen Stellen meine eigene Meinung wieder. Sollte jemand an Fettstoffwechselstörungen leiden, bitte mit dem Arzt besprechen oder sind weiterführende Fragen zu dem Thema vorhanden – Mail an mich genügt!

Fett allein macht nicht fett. Nur wenn ich mehr Energie zu mir nehme als ich verbrauche, dann nehme ich zu. Fett hat zwar doppelt so viele Kalorien als Kohlenhydrate und Eiweiß, aber die Menschen in den Wohlstandsgesellschaften wurden dicker mit dem Maße der Fettreduktion (vergleiche „light-Welle“ in den USA – und Joghurt mit 0,1% Fett hat mehr Kalorien als 3,5 prozentiger, weil er meistens mit Traubenzucker „versüßt“ wird um genießbar zu bleiben – Fett ist ja schließlich Geschmacksträger).

Das liegt an vielen Faktoren. Fertigprodukte, weniger Sport, usw. Auf alle Fälle aber werden Schweine nicht mit Fett gemästet, sonder vor allem mit Kohlenhydraten, das nur als Denkanstoß. Problematisch an sich sind die industriell verarbeiteten Fette, hier werden Öle und weiche Fette fest gemacht – chemisch gehärtet. Dabei entstehen problematische Fette (Trans-Fette), die im Körper eine ungünstige Wirkung haben. Sie stören die Funktionen der Zellmembranen, fördern Entzündungen, und verschlechtern die Cholesterinspiegel. Empfehlungen für den Alltag: Fertigprodukte, Knabberzeugs und Fast Food enthalten besonders viel dieser schlechten Trans-Fettsäuren. Die Ernärungsgesellschaften empfehlen möglichst wenig davon in der Nahrung zu sich zu nehmen, nur eine Deklarierung auf den Verpackungen mit Angaben zum Inhalt fehlen noch, ebenso wie Höchstgrenzen für den maximalen Verzehr. Daher – nur frisch auf den Tisch!!

Fett für die Gesundheit

Wer Fett einspart, bekommt vielleicht zu wenig fettlösliche Vitamine, wie Vitamin A oder D, sowie Karotinoide ab. Diese Stoffe brauchen das Fett, um vom Körper aufgenommen zu werden. Fett ist ein lebenswichtiger Nährstoff und Energielieferant. Bestimmte Fettbausteine werden von den Körperzellen benötigt, um überhaupt einwandrei funktionieren zu können. Eicosanoide (Botenstoffe) der Körperzellen werden aus Fetten gebaut, – die Zellmembranen bestehen aus dem Fett. Cholesterin und Hormone werden auch daraus gemacht. Damit ist an den wichtigsten Körperfunktionen Fett beteiligt.

MCT Fette oder Mittelkettige Triglyceride

Das sind gesättigte Fettsäuren, die rasch Energie liefern. Natrürlicherweise kommen sie in Kokos-, Palm- oder Milchfett vor. Reine MCT Fette werden auch im Sportbereich genutzt. Die Datenlage ist wiedersprüchig. Manche Athleten bekommen währen des Wettkampfes davon Durchfall; dem einen hilft es und dem anderen nicht. Mein Fazit: Wer will, soll es ausprobieren.

Ungesättigte Fette

Fette sind Ketten aus Kohlenstoffatomen. Wenn an einer Stelle in dieser Kette eine doppelte (Ver)Bindung besteht, bedeutet das, dass diese Stelle sehr reaktionsfreudig ist. Diese doppelte Verbindung kann eine Bindung „hergeben“ und sich einem anderen Teil zuwenden und anschließen. Hat ein Öl oder Fett viele solcher Verbindungen ist sie um so empfindlicher für Sauerstoff, Wärme oder Licht. Eine Einteilung gibt es dementsprechend nach der Anzahl der Doppelbindungen. Eine Bindung = einfach ungesättigt, zwei oder mehr Bindungen nennt man „mehrfach ungesättigt“. Die einfach ungesättigten sind also die stabilsten. Man nennt die am häufigsten vorkommende Fettsäure auch die Ölsäure. Hauptsächlich kommt diese im Olivenöl, Rapsöl vor, aber auch in Nüssen und Schweineschmalz.

Teil 2 zum Thema „Fette“ gibt es in der nächsten Ausgabe zu lesen.